
Fußball ist für Kinder ein Erfahrungsraum für Selbstwert, Stressbewältigung und Zusammenhalt, kann bei falschen Rahmenbedingungen aber selbst zur Last werden. Als Trainerin oder Trainer bist du eine wichtige Bezugsperson und siehst Kinder regelmäßig. Du kannst viel dafür tun, dass sich alle wohl, sicher und angenommen fühlen, unabhängig von Geschlecht, Können oder Herkunft.
Motivation und Wohlbefinden wachsen, wenn drei Grundbedürfnisse erfüllt sind: mitentscheiden dürfen (Autonomie), sich verbessern und etwas bewirken (Kompetenz) und dazugehören (Zugehörigkeit).
Trenne immer die Person von der Leistung: "Du hast einen Fehler gemacht" statt "Du bist schlecht". Niederlagen gehören dazu und müssen nicht dramatisiert werden. Setze realistische, individuelle Ziele statt reinem Ergebnisdruck, so wird aus Anspannung Lust am Spiel statt Versagensangst.
Orientiere dich am Ehrenkodex der Sportjugend, am erweiterten Führungszeugnis und am Schutzkonzept deines Vereins. Bei einem Verdacht nicht selbst ermitteln, sondern dokumentieren und die Schutzbeauftragten einbeziehen. Infos und Material gibt es unter safesport.dosb.de.
Über zwei Wochen anhaltender Rückzug, Antriebslosigkeit, starke Reizbarkeit, Veränderungen bei Schlaf oder Appetit, auffälliges Essverhalten oder ein Einbruch des Selbstvertrauens sind Signale. Äußerungen von Lebensmüdigkeit immer sofort ernst nehmen. So reagierst du: ruhig und wertschätzend im Vier-Augen-Gespräch ansprechen, zuhören ohne zu diagnostizieren, und an die richtigen Stellen weiterleiten (Eltern, Kinderarzt, Schulpsychologie). Bei akuter Gefahr den Notruf 112 wählen.
Diese kostenlosen, vertraulichen Angebote kannst du Kindern, Jugendlichen und Eltern nennen:
Orientierung an öffentlich zugänglichen Empfehlungen, u. a. safesport.dosb.de, dsj und der Deutschen Depressionshilfe.